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Sly (fast) privat - was mich bewegt...

2003 habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben dazu entschlossen,
hier an dieser Stelle so eine Art T A G E B U C H zu schreiben. Naja, genau genommen ist es eher ein "Monatsbuch". Besucht mich doch auch mal unter * Post von Schneider *

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Ein aufregender Schritt, andere Menschen, überwiegend mir ganz fremde LeserInnen, außerhalb meiner journalistischen Arbeit an meinem nicht gerade langweiligen Leben teilhaben zu lassen. Ich hoffe es ist für euch genauso spannend wie für mich. Viel Spaß!



Die Rote Schleife





Verfasst am 29.12.2009 23:37:31 Uhr
„Wir dachten, mit Liebe geht das.“

"Wir dachten, wir schaffen alles.
Wir dachten halt auch, mit Liebe geht das.
Man schafft es aber doch nicht immer."

Mit schmerzerfüllter Stimme stellt eine junge hübsche Frau live vor einem Millionenpublikum den Menschen weltweit die elementare Frage nach dem Sinn des Lebens. Für mich reduziert sich das Jahr 2009 auf diese drei Sätze, gesprochen von der Witwe Teresa Enke, nur 19 Stunden nach dem Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke.

Nichts hat mich in den vergangenen 365 Tagen emotional so durchgeschüttelt wie dieser 10. November 2009. Und zu allem Überfluss zeigte ein Fernsehsender die Bilder der an den Bahngleisen entlang laufenden Frau die flehend schreit: „Wo ist mein Mann?“
Pietätloser Journalismus in Vollendung.
Ein Attentat auf die Menschenwürde.

Doch ansonsten scheint Solidarität wieder gefragt. Bravo! Sie zeigt sich bei den Beschäftigten von Opel und bei den Studenten. Die Menschen gehen wieder auf die Straße - Ge(h)denken.

Ein Kerzenmeer für die Toten von Winnenden.
Tränen um die Opfer von Tim Kretschmer.

Ein Kerzenmeer für Michael Jackson.
Tränen um den King of Pop.

Ein Kerzenmeer für Dominik Brunner.
Tränen um einen Helden mit Zivilcourage.

Auf viele meiner Fragen habe ich 2009 eine Antwort gefunden, Das macht mich ein bisschen stolz, ein bisschen sicherer und vielleicht ein bisschen weise. Jeden Tag etwas lernen, eine spannende Aufgabe, die mir immer häufiger sehr glückliche Momente schenkt.

Was will der Tag uns sagen?
Ich bin Zuschauer, Betrachter.
Nicht ich zwinge dem Tag
die Aktionen auf, ich höre ihm zu.
Kann ich das „Tagespuzzle“ lösen?

Jetzt spendiert uns Mutter Erde ein neues Jahr, gespickt mit Schicksal, getränkt mit Tränen der Freude und des Leids. Menschen werden sich lieben und paaren, sich streiten, sich hassen und töten. Die Erde ist eine erfahrene Gebärende, doch aufziehen, pflegen und hegen müssen wir das „Kind 2010“ schon selbst. Gegen alle Widerstände, gegen die Profitgier.

Die Meuchelmörder an der göttlichen Schöpfung lauern in allen Teilen der Welt.
Der innere Krieg ist Gift
für den äußeren Frieden.

Der Mensch sieht sich gerne als das am weitesten entwickelte Lebewesen, doch kämpft er meist nur gegen seine eigenen Unzulänglichkeiten. Kopf und Seele marschieren schon längst nicht mehr im Gleichschritt. Wir brauchen kein Wachstumsbeschleunigungsgesetz,
wir brauchen RUHE.

Vielleicht müssen wir am 31. Dezember 2010 wieder sagen:
"Wir dachten, wir schaffen alles.
Wir dachten halt auch, mit Liebe geht das.
Man schafft es aber doch nicht immer."

Trotz alledem, Bange machen gilt nicht:
Also komm her du neues Jahr, lass dich umarmen und sei mein Freund!


In diesem Sinne wünsche ich uns einen guten Rutsch – glG Sly
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* Jetzt könnt ihr mir auch eine e-Mail schreiben an: post-von-schneider@freenet.de

Copyright © 2010 Sylvester Schneider
All rights reserved

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Verfasst am 09.12.2009 18:49:06 Uhr
Stumme Schreie nach Licht und Sicherheit

Ich drehe eine kleine Runde
in „meinem“ winterlichen Park.
Die gesund gefällten Bäume geben den Blick
auf eine kranke Schlossmauer frei.
Man sollte Gutachten gut achten,
denn jetzt ist mein Freund der Baum tot.

Gedankenverloren baumelt meine Seele
in der Erinnerung an schöne Sommerstunden.
Als der laue Nachmittagswind mit den Blättern spielte,
musikalische Dauerberieselung Entspannung garantierte
und philosophische Gespräche über Gott und die Welt
den Traum von Weisheit nährten.

Manchmal schenkte mir abends
der pralle "Silbermond" ein bisschen Sicherheit,
in einer Welt in der nichts sicher scheint -
von Zukunft gestreichelt und mit Hoffnung gewärmt.
Ich gehe meinen Weg unbeirrt, aber nicht starrsinnig.
Von Liebe getragen sind die Schritte leicht und sicher.

Zurück zum Parkplatz fällt mein Auge auf ein kleines Drama.
Eine Seniorin versucht ihre Nachbarin ins Auto zu wuchten.
Gelähmt sehnt sich die greise Dame nach kräftigen Armen.
Die Räder des Rollstuhls verkanten sich unnachgiebig.
Der Ausflug von der Kurzzeitpflege endet mit Angst.
Die stummen Gesichter der beiden Frauen flehen mich an.

Ich helfe natürlich gerne,
doch Schuldgefühle zerren an meiner Ausgeglichenheit.
Warum geht es denen so schlecht?
Warum hilft hier sonst kein Mensch?
Eine kleine Geste mit großer Wirkung.
Ich fühle mich unsicher, überfordert – warum?

Die betagte Dame lächelt mich erleichtert an,
verdrängt für eine Sekunde ihre körperlichen Schmerzen.
Hilfe im Alltag, jede Hand gibt Halt & Zuversicht.
Müssen es professionell trainierte Hände sein?
Wo fängt einfache Nächstenliebe an und wo
darf ungeschulter Dilettantismus kapitulieren?

Die Würde des Menschen ist unantastbar.


In diesem Sinne wünsche ich uns immer helfende Hände – GLG Sly
( * gewidmet Dominik Brunner † )
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Copyright © 2009 Sylvester Schneider
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Verfasst am 18.08.2009 16:29:25 Uhr
Drei Männer, drei Bienen – „Ich habe getötet“



Als Katholik lebe ich so gut es geht nach den zehn Geboten. Doch heute musste ich die fünfte göttliche Weisung „Du sollst nicht töten“ leider verletzen. Auge um Auge habe ich mich unter dem Beifall der Kollegen gerächt, in aller Öffentlichkeit und ohne schlechtes Gewissen. Meinen Status: „Der kann keiner Fliege etwas zu Leide tun“ bin ich allerdings jetzt los.

Wir sitzen beim Mittagsmahl in einer Reihe und schaufeln schwitzend die Nahrung in den gefräßigen Schlund. Der kräftige Esser zu meiner Linken schiebt sich Nudeln mit Gulasch auf die Gabel, auf das Apfelmus hat sich eine kleine Biene gesetzt und futtert eifrig mit. Der kräftige Esser zu meiner Rechten schiebt sich Tortellini auf die Gabel, auf die Käse-Sahne-Soße hat sich eine kleine Biene gesetzt und futtert eifrig mit.

Ich schaufele mir Putenbrust mit Kartoffeln und Erbsen auf die Gabel, eine kleine Biene schwirrt um mich rum, kann sich aber zu einem Mitessen nicht entschließen. Sollte ich etwa das falsche Menü gewählt haben? Noch bevor ich eine Antwort gefunden habe, fliegt mir die Honigproduzentin ins rechte Hosenbein und sticht beherzt zu. Aauuaahh !!!

Als praktizierende „Drama-Queen“ sehe ich mich schon auf der Intensivstation mit dem Tode ringen, doch die rachsüchtige Meute um mich herum fordert lautstark den schnellen Tod der heimtückischen Blütenbestäuberin. „Da liegt sie,“ schallt es wie aus einem Chor und während ich noch über alternative Bestrafungsaktionen nachdenke, wippt mein Fuß wie ferngesteuert nach vorne und schon ist die Hoffnungsträgerin der heimischen Imkerschaft mausetot.

Ich wehre mich hiermit übrigens entschieden gegen die Vorwürfe, ich hätte während des Aufsehen erregenden Vorganges triumphierend gerufen: „Du Mistvieh, das hast du nun davon.“ Das war ich nicht.
Ich doch nicht.


In diesem Sinne bitte ich dennoch alle restlichen „Majas“ um Verzeihung - GLG Sly
Hier geht’s zum Bienenstich

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Verfasst am 30.07.2009 15:58:06 Uhr
Der Flirt-Killer: Pferdesalbe

Mit dem Rezept für das verschreibungspflichtige Medikament meiner Kardiologin gehe ich zielstrebig in die nahe Apotheke. Eine bildhübsche, großgewachsene Blondine, im „Nebenberuf“ offenbar als PTA tätig, berät mich mit ihrer zarten, erotischen Stimme und schaut mir etwas verträumt in die Augen. „Möchten sie vielleicht auch eine Tüte?“, fragt die mit Modelmaßen ausgestattete Beraterin.
Und ob ich eine Tüte möchte, da bekommt man doch meist noch eine kleine Zugabe.

Grazil greift ihre sonnengebräunte Hand in die Schublade mit den kostenlosen Leckerlis. Wir verabschieden uns und im Auto schaue ich doch gleich mal nach, was mir die attraktive Pharma-Assistentin da noch zugesteckt hat. Das Medikament interessiert mich nicht die Bohne. NEIN, das kann nicht wahr sein. So ein Luder, denn entsetzt schaue ich auf das hier...




In diesem Sinne wiehere ich euch zu: „Schönes Wochenende“ – GLG Sly
Hier geht’s zur Pferdesalbe

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Verfasst am 07.07.2009 01:52:21 Uhr
Knusprige Schenkel



In Zeiten der weltweiten wirtschaftlichen Krise ist es gut, wenn man ein zweites Standbein hat. ZWEI ??? Drei sind natürlich noch besser – so wird der Aufschwung Realität. Bei den anstehenden Wahlen hier in Siegen werde ich mich für die Hähnchenbraterei entscheiden.

YES, we can eat knusprige Beine...


In diesem Sinne wünsche ich guten Appetit – GLG Sly
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